Geschichte

Die Wurzeln der Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe gehen auf das Jahr 1937 zurück: Bis zu diesem Zeit­­punkt besuchen alle Lehrlinge des Hotel- und Gaststättengewerbes die örtlichen Gewerbeschulen – sie haben den gleichen Lehrstoff wie die Handwerksberufe zu bewältigen. Ab 1937 kann ein Teil der Lehrlinge auf freiwilliger Basis eine spezielle Hotelfachschule besuchen – es wird acht Wochen lang im Blockunterricht unterrichtet. Baden-Baden und ab 1939 Heidelberg sind die ersten Schulstationen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges steht fest: Ohne Blockunterricht geht es nicht mehr, eine größere Schule ist nötig.


Es stellt sich die Frage: Wo kann man Schule und Internat unterbringen? Die Entscheidung fällt zugunsten des "Löchnerhaus" auf der Reichenau. Die Landesberufsschule wird gegründet. Sie wird zur Pflichtschule für alle gastgewerblichen, männli­chen Lehrlinge aus dem Regierungsbezirk Südbaden. Dadurch geht die Schülerzahl sprunghaft in die Höhe. Man ist erneut gezwungen, nach größeren Räumen Ausschau zu halten.

 

Im Jahr 1959 zeigt sich, dass die ständig wachsende Zahl der Auszubildenden von den „Schul­ho­tels“ nicht mehr zu verkraften ist. Als Schulträger fungiert der Gaststättenverband Südbaden, der dazu eigens einen Schulverein ins Leben gerufen hat. Doch schon jetzt sprengt der Schulbetrieb die finanziellen Möglichkeiten des Verbandes, ein weiterer Ausbau ist nicht mehr bewältigbar. Schließlich übernimmt das Land Baden-Württemberg diese Aufgabe.

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 Erstes Lehrerkollegium der Landesberufsschule.

 

 

„Ab nach Villingen!“

Ein Neubau auf der Insel Reichenau, um endlich die Platzprobleme dauerhaft zu lösen, wird sowohl vom Schulverein als auch vom Land als nicht finanzierbar erachtet. In dieser Situation zeigt der Kreisvorsitzende des Gaststättenverbandes, Erwin Kaiser vom Hotel „Blume-Post“ in Villingen, eine Alternative auf: Das Krankenhaus an der Ecke Zähringer-/Herd­straße in Villingen soll durch einen Neubau an anderer Stelle ersetzt werden – für das alte Gebäude wird eine neue Verwendung gesucht.

 

Schließlich stimmen alle Beteiligten dieser Lösung zu, für die sich auch Adolf Ketterer, Hotel Ketterer in Villingen, Vorsitzender der Prüfungskommission, sowie Hans Diegner, Schwarzwaldhotel in Königsfeld, und Studiendirektor Schill einsetzen. Landrat Dr. Josef Astfäller, Hauptgeschäftsfüh­rer Dr. Reinhold Dietl von der Industrie- und Handelskammer sowie Oberbürgermeister Severin Kern ist es mit zu verdanken, dass die Schule nach Villingen kommt. So hieß es für die Landesberufsschule: „Ab nach Villingen!“.


Ab sofort kann der Schul- und Internatsbetrieb ganzjährig zentral in einem einzigen Gebäudekomplex stattfinden. Die Größe des Areals erlaubt auch spätere Erweiterungen – die schon jetzt absehbar sind. Am 15. September 1963 beginnt mit ca. 1.000 Schülern der Schulbetrieb. Schulleiter ist Studiendirektor Schwenzel.

 

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 Das alte Villinger Krankenhaus.

 

Um etwas mehr über die Geschichte der Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe Villingen-Schwenningen zu erfahren, können Sie auch in der Image-Broschüro nachlesen: Hier nachlesen!